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Mit Sieben gegen Elf wollte es die Heimelf geplant nur kurz angehen. (FOTO: Jens Mattern)

Hat es das schon gegeben, würde es das geben? Der SC Paderborn steigt in die 1. Bundesliga auf, trifft am 2. Spieltag als Newcomer auf Triplesieger FC Bayern München, und der Fußballchef der Ostwestfalen sagt: „Gegen die treten wir, nicht an. Hier sind wir absolut chancenlos, diese Schmach ersparen wir uns“.

Ok, zugegeben, die SG Union Sandersdorf ist nicht ansatzweise der FC Bayern. Aber was man hier am Samstag analog des 2. Spieltags der 1. Kreisklasse Ost erlebte, scheint kein gutes Omen für den Fußball zu sein. Der Betrachtungswinkel für jeden einzelnen Fan darf hierbei individuell gewählt werden. Es geht um Sandersdorfs wieder ins Leben gerufenen 2. Männermannschaft, welche vor zwei Spielserien als Absteiger der Landesliga Süd keine spielfähige Mannschaft mehr stellen konnte und sich zum Leidwesen aller Sandersdorfer Fußballfans vom Spielbetrieb zurückziehen musste. Durch das Engagement von einigen rührigen Leuten baute man nun jene 2. Mannschaft wieder auf und bekam unerwarteten Zulauf von Spielermaterial aus den verschiedensten Ligen. Die Statuten des KFV ABI sowie des Landesverbands wollten es, dass man wieder ganz bei den Wurzeln anfangen musste. Die 1. Kreisklasse Ost sollte die neue fußballerische Bühne bilden. Und das, obwohl die Namen der Spieler gepaart mit vorherigen Testspielergebnissen eine andere Ebene offenbarten. Jedoch stellte man sich in Sandersdorf den Dingen, absolvierte mit dem Stadtderby gegen die Zweite des TSV Blau- Weiß Brehna einen speziell für das Publikum tollen Auftakt unter heimischem Flutlicht. Brehna nahm das 0:9 hingegen mehr als nur sportlich. Denn es war allein für den Kreisfußball mit dem Wiederbeginn trotz Corona ein Erfolg für alle.

Leichtes Spiel für einen zahlenmäßig weit überlegenen Gast Union II (weiß). FOTO: Jens Mattern.

Nun kam der 2. Spieltag und es nahte das Duell mit dem Holzweißiger SV II. Doch bei Sandersdorfs Co-Trainer Steven Pick machte sich Traurigkeit breit. Denn es ereilte ihn im Vorfeld ein Anruf vom alten Kollegen Ronny Zimmermann, seines Zeichens Sportdirektor der Gelb-Schwarzen. Auf freundschaftlicher Schiene, Holzweißig ist der Heimatverein von Unions Co Pick, teilte ihm Zimmermann folgendes bereits im Vorfeld mit: „Wir haben keine spielfähige Mannschaft, können nicht antreten“. Pick daraufhin: „Ok, wir bieten euch gerne eine Spielverlegung zu einem Zeitpunkt an, an welchem ihr das Team voll bekommt“. Daraufhin antwortete der Holzweißiger Fußballchef: „Ich will ehrlich sein, es will keiner von uns gegen euch spielen“. Diese Aussage traf die Sandersdorfer, insbesondere Steven Pick, sehr. Letzterer hatte sich selbst über viele Jahre für seinen Holzweißiger Heimatverein eingebracht, konnte und wollte das nicht verstehen. Nach Telefonaten mit HSV-Präsident Frank Thorandt als auch Daniel Winterle als eigentlichen Trainer der 2. Holzweißiger Mannschaft musste Pick zusätzlich erfahren, dass jene beiden von dieser Vorgehensweise nichts wussten. Winterle selbst lag zuvor im Krankenhaus, war mit den aktuellen Abläufen nicht vertraut.

Union Sandersdorf II machte das, was man dann am Spieltag macht. Man fuhr am Samstag gewappnet nach Holzweißig und zog sich um. „Wir wissen, dass wir mit der Mannschaft eine gewisse Qualität offenbaren, haben uns aber auf die Fahnen geschrieben, auf und neben dem Platz mit jedem Gegner respektvoll umzugehen“, so Unions Co-Trainer. Deswegen nahm man Zimmermanns weiteren Kommentar auch nicht für bare Münze, als er höflich anbot: „Sag doch Lochi (Dan Lochmann) und den Familienvätern Bescheid, dass sie den Weg hierher nicht antreten müssen“.

Vor Spielbeginn kam es dann zum ganz großen „Friedensgipfel“, als Zimmermann direkt in der Sandersdorfer Kabine erschien, die Situation erklären wollte und ein Angebot unterbreitete. „Ihr schießt sechs Tore, und dann reicht das“, so der Holzweißiger, der selbst im Team der 2. Mannschaft steht und kurze Zeit später als einer von sieben Akteuren auflaufen sollte. Die Antwort der Sandersdorfer lautete: „Wir sind hier doch nicht auf dem Basar“. Pick, der sich in Holzweißig logischerweise auskennt, traf im Anschluss draußen den ein oder anderen HSV-Akteur. Auf seine Frage „Was ist denn hier los“, erntete er nur Schulterzucken. Nur Nico Proske, der war auch in Zivil und nicht umgezogen, entgegnete freundschaftlich: „Ich sollte nicht zum Spiel kommen“. Spätestens da lagen die Dinge auf der Hand. Als man im Anschluss später beim Spiel der 1. Mannschaft des HSV gegen den CFC Germania II dann noch sieben Spieler auf der Wechselbank zählte, schien die Situation rund.

Kein Spaß, insbesondere nicht für Holzweißigs Torwart Thomas Ebenroth. (FOTO: Jens Mattern)

Das Match der 1. Kreisklasse wurde schließlich mit sieben gegen elf Akteure vom Großzöberitzer Schiedsrichter Leonard Korn angepfiffen und nach etwa 20 Minuten wieder abgebrochen. Union Sandersdorf II schoss binnen 18 Minuten ein 0:7 heraus, was Ronny Zimmermann veranlasste, nach letzten Tor den Ball ins Seitenaus zu schlagen und direkt das Spielfeld zu verlassen. Schieri Korn musste damit den Regeln entsprechend jenen 2. Spieltag in Holzweißig abbrechen. Allein aus Sandersdorf hatten sich dazu 35 Fans im Stadion der Bergarbeiter eingefunden. Sie mussten, ob mit oder ohne Eintritt, auf jeden Fall jedoch ohne Bier und Bratwurst bei gesehenen etwaigen 20 Spielminuten wieder den Heimweg antreten. Selbst ein Dan Lochmann, er wohnt etwa 300 Meter Luftlinie vom Stadion entfernt, ließ sich an diesem Tag zu keinem Torerfolg hinreißen. „Unter diesen Umständen möchte ich hier kein Tor erzielen“.

Auch die 2. Mannschaft der SG Union Sandersdorf möchte unter diesen Umständen normalerweise kein Tor erzielen. Dass man den Neubeginn in der niedrigsten Spielklasse starten muss, dies verlangten die Regularien des Fußballs. Egal wo und gegen wen es geht, wird man sich unter Garantie respektvoll mit dem jeweiligen Gegner auseinandersetzen. Dabei aber auch die Hoffnung in sich tragen, dass die Gegner dies in gleicher Weise händeln. In Sandersdorf schaut man folglich auch nicht abfällig auf den Holzweißiger SV. Doch man ist schon etwas verwundert, mit welchem Einfluss ausgestattet alleine eine einzige Person vorbei an Präsident und Trainer solch eine Partie zu verhindern mag. SPORT FREI!

   

   

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